Biographie

Die junge griechische Dirigentin Eleni Papakyriakou zählt bereits mit ihrer reifen Musikalität und dynamischen Persönlichkeit zu den vielversprechenden Künstlern ihrer Generation. Ihr Hauptstudium für Orchesterdirigieren hat sie 2015 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien abgeschlossen (Mag. art.). Direkt nach ihrem Abschluss wurde sie am Landestheater Niederbayern in Passau engagiert, wo sie den Opernchor einstudiert und Vorstellungsdirigate übernimmt. Gerade in der Spielzeit 2019/2020 leitet Eleni Papakyriakou 25 Vorstellungen von F. Lehárs "Das Land des Lächelns". Ab Oktober 2016 bis Juli 2019 war sie auch als Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Passauer Universitätsorchesters tätig, während sie mit dem "Akademischen Orchesterverein in Wien" seit Mai 2019 zusammenarbeitet.

 

Von Anfang an wurde die Arbeit der neuen Dirigentin aufgrund der Leistung des Opernchores am Landestheater Niederbayern sowie des Universitätsorchesters Passau mit zahlreichen lobenden Kritiken hochgeschätzt. Seit ihrem Amtsantritt präsentiert sich der Opernchor als ein homogenes, flexibles und klangmächtiges Ensemble in Oper, Musical und Operette. Den ersten beeindruckenden Auftritt unter der neuen Leiterin hatte der Chor bei der Oper „Aida“ von G. Verdi. Genauso hat sich der voluminöse Klangkörper (80 Mitwirkende) des Passauer Universitätsorchesters zu einer funktionierenden, souveränen und ambitionierten Einheit entwickelt, die mit anspruchsvollen Programmen hohe Ziele streckt. Nach einem kurzfristigen Einspringen für Mahlers 1. Symphonie im März 2016, übernahm Eleni Papakyriakou einige Proben und schließlich die Leitung des Orchesters. In immer ausverkauften Konzerten hat das Orchester große symphonische Werke aufgeführt, wie u. a. die 1. und die 4. Symphonie von P. I. Tschaikowsky, die symphonische Dichtung „Scheherazade“ von N. Rimsky–Korsakov, die „Nullte“ Symphonie von A. Bruckner, die „Symphonie Fantastique“ von H. Berlioz und die „Frühlingssymphonie“ von R. Schumann. Renommierte Solisten haben bei den Instrumentalkonzerten mitgewirkt, wie u. a. Fil Liotis (1. Klavierkonzert von F. Liszt) und Hanna Asieieva (Violinkonzert von J. Sibelius). Im Juli 2018 fand eine Welturaufführung statt.

 

Eleni Papakyriakou begann mit dem Orchesterdirigierstudium 2007 in Griechenland bei Myron Michailidis (GMD Theater Erfurt) und Karolos Trikolidis (ehem. Chefdirigent des Staatlichen Orchesters Thessaloniki). 2010 setzte sie das Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort, bei den bedeutenden Professoren Uroš Lajovic und Johannes Wildner, Nachfolger der Lehrtradition von Hans Swarowsky. 2012/13 nahm sie aktiv an regelmäßigen Kursen mit den Stardirigenten Bertrand de Billy und Fabio Luisi teil. Im Rahmen ihrer Diplomprüfung (Juni 2015) debütierte Eleni Papakyriakou mit dem Wiener KammerOrchester im Großen Sendesaal des Österreichischen Rundfunks. Über einige historische, interpretatorische und Einsichtsaspekte der „Unvollendeten“ Symphonie von F. Schubert hat sie einen eigenen Artikel im Programmheft verfasst.

 

Bereits während ihrer Studienzeiten wurde Eleni Papakyriakou als Dirigentin und musikalische Assistentin bei der Vienna International Opera Academy engagiert. 2014 assistierte sie bei W. A. Mozarts „Così fan tutte“ und im September 2015 leitete sie einige Opernvorstellungen von J. Haydns „La fedeltà premiata“, wofür sie enthusiastische Rezensionen erhielt. Für ihre Studienleistung war sie mehrmals Stipendiatin, u. a. vom SYLFF Programm der Tokyo Foundation. Im Rahmen des „SYLFF Chamber Music Seminar - Konzert Exzellenz“ übernahm sie kurzfristig die Leitung eines Ensembles mit Stipendiaten aus New York, Paris und Wien. Das Abschlusskonzert wurde live übertragen.

 

An wichtigen internationalen Meisterkursen wurde die griechische Dirigentin nach Vordirigat als aktive Teilnehmerin ausgewählt, u. a. an den „53. Weimarer Meisterkurse“ bei Prof. Nicolás Pasquet. Mehrfach wurde sie dabei von den Orchestermitgliedern als eine der besten TeilnehmerInnen ausgewählt und dirigierte in den Abschlusskonzerten, z. B. am „Jungen Dirigenten Festival“ 2011 mit dem Sinfonieorchester der Stadt Thessaloniki.

 

Eleni Papakyriakou hat vor dem Dirigierstudium auch das Studium für Musikwissenschaft an der Aristoteles Universität Thessaloniki abgeschlossen (Dipl.). An den Nationalen Examen für Universitätsreife nahm sie unter tausenden Kandidaten den 1. Platz in der Gesamtnotenwertung und erhielt das Stipendium für höchste Leistung von der Staatlichen-Stipendien-Stiftung Griechenlands. Parallel hat sie Komposition studiert und besitzt Diplome für Klavier, Harmonielehre, Kontrapunkt, Fuge und Byzantinische Musik. Sie war jahrelang aktives Mitglied beim Thessaloniki Chor, mit dem sie an vielen Opern, Oratorien, Chor- und Orchesterwerken teilnahm. Zur gleichen Zeit hat sie mehrere Chöre geleitet, regelmäßige Chorkonzerte dirigiert und an Konservatorien Musikfächer unterrichtet.

 

Eleni Papakyriakou ist auch mit der zeitgenössischen Musik bestens vertraut; sie hat mehrere Uraufführungen zeitgenössischer Werken geleitet. Ihr musikwissenschaftliches Interesse brachte sie parallel dazu, über Werke von J. Brahms, F. Schubert und A. Bruckner zu forschen.

© 2020 Eleni Papakyriakou